BIA (Business Impact Analyse)
Wir unterstützen Sie gerne dabei, aber die Hauptarbeit liegt bei Ihnen und Ihrem Team
Ziel einer BIA (Business Impact Analyse)
- Identifikation kritischer Geschäftsprozesse
- Bewertung der Auswirkungen bei Ausfall
- Definition von Wiederanlaufzielen
- Priorisierung von Schutz‑, Notfall‑ und Wiederanlaufmaßnahmen
Schritt‑für‑Schritt‑Vorgehen zur Erstellung einer BIA (Business Impact Analyse)
1. Geltungsbereich festlegen
Festlegen, was betrachtet wird
- Organisationseinheit / Prozesslandschaft
- Zeitlicher Betrachtungshorizont (z. B. 24 h, 72 h, 7 Tage)
- Annahmen (z. B. Ausfall von IT, Personal, Gebäude, Lieferkette)
Ergebnis: klar abgegrenzter Analyseumfang
2. Geschäftsprozesse identifizieren
Alle relevanten Prozesse erfassen, z. B.:
- Kernprozesse
- Unterstützende Prozesse
- Steuerungs‑/Managementprozesse
Typische Attribute je Prozess:
- Prozessname
- Prozessverantwortliche Rolle
- Abhängige interne/externe Schnittstellen
3. Kritikalität und Auswirkungen bewerten
Für jeden Prozess werden die Auswirkungen eines Ausfalls bewertet, typischerweise getrennt nach:
- Finanzielle Auswirkungen
- Rechtliche / regulatorische Auswirkungen
- Reputationsschäden
- Operative Auswirkungen
- Auswirkungen auf Sicherheit / Schutz
Bewertung erfolgt meist qualitativ oder semi‑quantitativ, z. B.:
- gering / mittel / hoch / existenzbedrohend
oder
Wichtig: keine Spekulation, sondern nachvollziehbare Annahmen dokumentieren.
4. Zeitabhängigkeit analysieren
Ermitteln, ab wann ein Ausfall kritisch wird:
- sofort kritisch
- kritisch nach X Stunden
- kritisch nach X Tagen
Daraus werden abgeleitet:
- MTPD (Maximum Tolerable Period of Disruption)
- RTO (Recovery Time Objective)
- RPO (Recovery Point Objective, falls relevant)
5. Abhängigkeiten erfassen
Für jeden kritischen Prozess:
- Personal (Schlüsselrollen, Mindestbesetzung)
- IT‑Systeme / Daten
- Gebäude / Zonen
- Lieferanten / Dienstleister
- Kommunikationsmittel
Ziel: Transparenz über Ketteneffekte und Single Points of Failure.
6. Priorisierung der Prozesse
Basierend auf:
- Kritikalität
- Zeitabhängigkeit
- Abhängigkeiten
Ergebnis ist eine Prioritätenliste, z. B.:
- sofort wiederherzustellen
- kurzfristig wiederherzustellen
- nachrangig
7. Ableitung von Maßnahmen (optional, aber empfohlen)
Die BIA selbst definiert noch keine Lösungen, sie liefert die Entscheidungsgrundlage für:
- Notfall‑ und Wiederanlaufpläne
- technische und organisatorische Schutzmaßnahmen
- Investitionsentscheidungen
8. Dokumentation & Freigabe
- Einheitliche, nachvollziehbare Dokumentation
- Versionierung
- Rollenbasierte Freigabe (z. B. Prozessverantwortliche, Management)
- Regelmäßige Überprüfung (z. B. jährlich oder bei Änderungen)
Typische Ergebnisse einer BIA
- Liste kritischer Prozesse
- Zeitkritikalitätsmatrix
- Wiederanlaufziele (RTO/MTPD)
- Transparente Abhängigkeitsübersicht
- Fundierte Entscheidungsbasis für BCM & Sicherheit
Häufige Fehler
- zu grober Betrachtungsumfang
- Vermischung von BIA und Maßnahmenplanung
- fehlende Dokumentation von Annahmen
* keine Aktualisierung bei Organisationsänderungen
BIA (Business Impact Analyse) liefert die notwendige Priorisierung von Schutz‑, Notfall‑ und Wiederanlaufmaßnahmen!